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Himmelsteich in Sommerschenburg wird vom Faulschlamm befreit


Bild zur Meldung: Schlammwüste Himmelsteich: Per Bagger wird die bis zu einen Meter dicke Schicht Faulschlamm abgetragen, insgesamt gut 4000 Kubikmeter.



Der Himmelsteich in Sommerschenburg ist nur mehr eine Schlammwüste. Doch es ist Besserung für das ausgetrocknete Gewässer in Sicht. Die derzeit laufende Sanierung wird in den kommenden Wochen im Wesentlichen abgeschlossen. Die Prognose auf ein bald wieder wassertragendes Becken ist damit so schlecht nicht.

 

Was dem Dorfteich in Ovelgünne blüht (Volksstimme berichtete), ist am Himmelsteich in Sommerschenburg bereits blanke Realität. Wenn auch unter etwas anderen geologischen und hydrologischen Grundparametern. Das Resultat jedoch hier wie da: Austrocknung.

Der Himmelsteich sei schon seit längerem kein Teich mehr gewesen, sagt Gemeinderätin Peggy Kuske. Der Leerlauf habe sich spätestens vergangenes Jahr angebahnt. Im Sommer nun war es soweit und gewann die anhaltende Trockenheit endgültig Oberhand. Fischbestand war da längst nicht mehr vorhanden, ergänzt Heimo Reilein vom Angelverein Oschersleben, der den Himmelsteich als Pachtgewässer in Nutzung hat.

Einen positiven Aspekt hat das verlustig gegangene Teichwasser: Die Sanierung des Teichbeckens kann dadurch recht unproblematisch vonstatten gehen. Und sie ist auch innerhalb kurzer Zeit angelaufen, umfasst in der Hauptsache die Entschlammung. Die finanziellen Mittel fließen aus dem Artenschutzsofortprogramm des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt. Träger der Maßnahme ist der zuständige Unterhaltungsverband „Großer Graben“.

Noch im Vorjahr war ein entsprechender Förderantrag seitens der Gemeinde abgelehnt worden. Diesmal hatte man mehr Glück bei der Priorisierung, weshalb Konrad Spiegler vom beauftragten Planungsbüro konstatiert: „Es musste alles sehr schnell gehen, was natürlich eine gewisse Herausforderung mit sich bringt. Bis Dezember muss die Maßnahme größtenteils abgerechnet sein. Wir liegen aber gut im Plan.“

 

Erste Entschlammung seit 60 Jahren

Immer mittwochs ist derzeit Bauberatung am Teichufer angesagt. Schritt für Schritt wird dabei die Entschlammungsaktion vorangebracht. Das sei wohl auch höchste Zeit gewesen, wie Peggy Kuske für die Gemeinde anmerkt: „Wir wissen es nicht ganz genau, aber angeblich ist der Teich zuletzt in den 1960er Jahren entschlammt worden.“ Planer Spiegler dazu: „Es handelt sich im Faulschlamm, der sich bis zu einem Meter dick auf dem Teichgrund abgesetzt hat.“ Das sei für das Gewässer und seine Bewohner, also für das Biotop Himmlsteich letztlich äußerst schädlich. „Kurzum, der Schlamm soll raus“, so Spiegler weiter, „und wir kommen in dem Vorhaben gut voran.“

Von Vorteil sei, dass die Teichsohle noch tragfähig ist, so dass der eingesetzte Bagger den Teich befahren kann, ohne dass dafür aufwendige Hilfen konstruiert werden müssten. Der Bagger mit extralangem Schwenkarm hat dennoch eine sozusagen chirurgische Aufgabe, wie Konrad Spiegler erklärt: „Es geht nur um die Schlammschicht. Wir wollen nicht in den gewachsenden Boden hinein, denn das würde die Sohle natürlich nachhaltig beschädigen.“

 

Ablagerung unbedenklich

Geplant ist, das etwa 1,7 Hektar große Gewässerbecken um 4000 Kubikmeter abgelagerten Erdreich zu erleichtern. Kostenpunkt: 345.000 Euro. Die Entsorgung beziehungsweise Ablagerung erfolgt auf ein Privatgelände in der Nähe. Spiegler betont in diesem Zusammenhang: „Das ist so vereinbart und genehmigt. Es handelt sich zwar um Faulschlamm, aber nicht um giftige oder von Schadstoffen belastete Erdmassen. Das wurde ebenfalls überprüft. Im Grund handelt es sich um Kompost.“

Spiegler glaubt, dass der sanierte Teich auch wieder Wasser tragen wird: „Das ist sehr niederschlagsabhängig, weil er nur durch Niederschlags- und Schmelzwasser und kleinere Zuläufe gespeist wird. Über Winter und Frühling könnte er also durchaus wieder vollaufen.“ Das hofft auch der Angelverein und will hier perspektivisch wieder Fische einsetzen. Gewässerwart Reilein: „Wir wollen außerdem den Uferbereich attraktiver gestalten – mit Sitzbänken und Infotafeln zum Beispiel.“

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme