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Alte Schule in Druxberge dient vorübergehend wieder als Kleine Galerie


Bild zur Meldung: Ute Neuleuf eröffnet die Ausstellung "Jahreszeiten in Bild und Ton", die für sie zugleich Rückschau auf ein leidenschaftliches Hobbyleben ist. Direkt hinter ihr Mitausstellerin Gertrud Mosch (links) und Gastgeberin Denitza Brüser. Foto: Ronny Schoof



Großer Auflauf in der Kleinen Galerie: Druxberges (ehemalige) Kunstschaustätte hat mit der Eröffnung der Ausstellung „Jahreszeiten in Bild und Ton“ eine beachtliche Besucherschar angelockt. Noch bis einschließlich 6. November sind die Werke von Ute Neuleuf und Gertrud Mosch zu sehen.

 

Man fühlte sich doch sehr an die Ausstellungszeiten des Druxberger Kunst- und Kulturvereins „Kleine Galerie“ erinnert, als Hobbykünstlerin Ute Neuleuf voller Enthusiasmus in die Werkschau einführte. Schon an der Pforte in der Schulstraße wurde das angesichts des Schildes deutlich, mit dem der Verein immer auf seine Veranstaltungen hinwies. Drinnen ein ähnliches Bild: Entlang der vier Wände im alten Schulraum reihten sich die Gäste auf– darunter viele vertraute „Kleine Galerie“-Gesichter und insgesamt so zahlreich, dass einige Besucher den Begrüßungsworten vom Flur aus lauschen mussten. Letztlich fehlten bloß das Glöckchen und ein Gedicht von Erich Kästner, um gänzlich an das vor drei Jahren beendete Kunstvereinskapitel anzuknüpfen.

 

Zwei Oschersleberinnen stellen aus

Ermöglicht haben diesen Rückgriff in erster Linie drei Frauen: Denitza Brüser, die den bewährten, inzwischen aber als Tanzstudio dienenden Ausstellungsraum zur Verfügung stellt, sowie natürlich die beiden Künstlerinnen, Gertrud Mosch und Ute Neuleuf aus Oschersleben, die eine Auswahl ihrer Werke – Aquarellmalerei von Mosch und Handgetöpfertes von Neuleuf – und somit den Kern der Ausstellung beisteuern. Für beide ist das nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, da sie ihre Kunst als reines Hobby bestreiten und diese als Wesen einer Ausstellung bislang eher selten im Mittelpunkt stand.

Gertrud Mosch (76) erklärte im Rahmen der Vernissage, dass sie das Malen und Zeichen zwar schon immer geliebt habe, sich ihr der Weg dorthin aber erst im beruflichen Ruhestand eröffnet habe: „Mit dem Eintritt ins Rentenalter fand ich endlich Zeit für mein Hobby, belegte einen Aquarellkurs an der Volkshochschule und besuchte eine private Kunstschule in Magdeburg.“ Seither hat sie mehrmals die Jahreskalender des Lions Clubs Oschersleben gestaltet, deren Verlaufserlöse wohltätigen Zwecken zugutekommen. Eigene Ausstellungen hatte Mosch 2019 in der Wulferstedter Kirche und in der Oschersleber Stadtbibliothek.

 

Initialzündung in Pottburg

Auch für Ute Neuleuf (76) bedeutet die Ausstellung in der Kleinen Galerie nicht totales Neuland. Dennoch ist das künstlerische Im-Mittelpunkt-Stehen für sie eine ungewohnte Rolle – und zugleich ein sich schließender Kreis nach nun 44 Jahren Töpferhobby. Eine Tätigkeit, die für Neuleuf allerdings auch stets mehr war als bloße Freizeitbeschäftigung; eine Leidenschaft, die 1978 in „Pottburg“, wie Sommerschenburg aufgrund seiner reichen Töpferhandwerksgeschichte gern genannt wird, entbrannte.

„Ich nahm damals an einem Töpferzirkel der Sommerschenburger Töpferei Lohse teil, und das war die Geburtsstunde meines Lieblingshobbys“, erklärt Ute Neuleuf. „Ich blicke mit dieser Ausstellung also auch auf fast viereinhalb Jahrzehnte zurück, in denen mich das Töpfern ständig begleitet hat.“ Es führte sie zur Einrichtung einer eigenen heimischen Werkstatt. „Das war ab 1984 sozusagen meine zweite Etappe, deren Ausgangspunkt war, dass „ich durch glückliche Fügungen in den Keramischen Werken Haldensleben sogar noch meinen Facharbeiterbrief zum Töpfer erwarb.“ Beruflich blieb sie dennoch in ihrem eigentlichen Metier der Bauprojektierung- und verwaltung.

Einen Lebenstraum erfüllte sich Ute Neuleuf schließlich 2010 mit einem neuen Atelier im eigenen Gartenhäuschen, in dem sie nach wie vor leidenschaftlich formt, modelliert, gießt, brennt und glasiert. „Ergebnisse all dieser Jahre sind nun hier in Druxberge zu sehen“, so Neuleuf.

 

Auktion noch bis 6. November

Besucher sind in der Ausstellung (Schulstraße 2) noch bis 6. November täglich willkommen – unter der Woche jeweils von 13 bis 17 Uhr, Sonnabend und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

 

Text: Ronny Schoof - Volkssstimme