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Sommerschenburg

Schloss

Sommerschenburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Sommersdorf im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sommerschenburg liegt geographisch höher als Sommersdorf und ist fast vollständig von Wald umgeben.

 

Der Ort kann über die L 106 erreicht werden. Außerdem befindet sich in 6km Entfernung eine Anbindung an die BAB A2. Sommerschenburg ist ein ausgesprochenes Straßendorf. Es bestand ursprünglich aus Arbeitsleuten der Burg, einigen Handwerkern und Gewerbetreibenden.

 

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In Sommerschenburg ist der preußische Generalfeldmarschall und Heeresreformer August Graf Neidhardt von Gneisenau im Jahr 1841 in der Nähe seines Gutes (Mausoleum mit Gedenkplatz an der Hauptstraße nach Sommersdorf) beigesetzt worden. Zuvor ruhte der Leichnam des 1831 an der Cholera verstorbenen Feldherren in der Wormsdorfer Kirche. Zu seinen Ehren wurde eine Gruft mit einem Marmor-Denkmal errichtet. In einem Denkmal-Wächterhaus im schweizerischen Stil sollte ein verdienter Kriegsveteran für alle Zeiten wachen.

 

Kultur und Sehenswürdigkeiten

 

Die „Sommerschenburg"

Kaiser „Heinrich IV." belehnte 1056 die Grafschaft Seehausen neu, zu der auch Sommerschenburg gehörte. Der Belehnte war Graf „Lothar von Walbeck", der sich nunmehr nach der Sommerschenburg benannte. Die Sommerschenburger wurden 1088 sächsische Pfalzgrafen, starben aber 1179 aus. Die Äbtissin „Adelheid von Quedlinburg und Gandersleben", Schwester des letzten Pfalzgrafen, erbte die Burg und verkaufte sie an Erzbischof „Wichmann von Magdeburg". Dieses führte zu Kämpfen mit dem sächsischen Herzog „Heinrich dem Löwen". Sie zogen sich bis 1208 hin, wobei die „Sommerschenburg" 1192 zerstört, aber unverzüglich wieder aufgebaut wurde. Im Jahre 1208 kam die „Sommerschenburg" endgültig in den Besitz des Erzbistums Magdeburg.

 

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Im 30-jährigen Krieg wurde die Burg zerstört, nachdem 1626 Truppen des Verwesers des Bistums Halberstadt von ihr Besitz ergriffen. Es folgten die Kaiserlichen unter Wallenstein, die Dänen, die Schweden. Später (1680) gelangte die Burg in den brandenburgischen Besitz und wurde nun kurfürstliche Domäne und Amtssitz für die umliegenden Dörfer. 1807 wurde Sommerschenburg durch Napoleon an seinen General „Jean Marie Renè Savary, Herzog von Rovigo" (1774 – 1833), übertragen.

 

Auf Befehl des preußischen Königs „Friedrich II" wurden im Jahre 1770 Häuser für Kolonisten errichtet.

 

Am 11.11.1814 erhielt der preußische Feldherr „August Wilhelm Anton Graf Neidhardt von Gneisenau" (1760–1831) die Burg. Neben dieser Dotation wurde ihm vom König „Friedrich Wilhelm III" für seine Verdienste in der Völkerschlacht bei Leipzig der Grafentitel verliehen. Da sie der Herzog von Rovigo nicht räumen wollte, zog sich ein Rechtsstreit noch bis 1824 hin. Der heute sichtbare Teil der Sommerschenburg entstand 1895 – 1897. Der Umbau zum Schloss erfolgte durch den Architekten Doberentz unter Einbeziehung von gotischen- und Renaissance-Elementen. Die Fassade ist durch Freitreppen, Veranden und Giebel geprägt. Eine festliche Ausstrahlung besitzt der Innenraum. Im Eingangsbereich sind Holzarbeiten, eine doppelläufige Treppe, Deckenmalerei und ein Wandfries zu betrachten. Von der alten Burg ist noch das Untergeschoss eines Wohnhauses aus dem 11. Jahrhundert erhalten. Ein aus dem 12. Jahrhundert stammender Bergfried mit Zinnen aus dem 19. Jahrhundert rundet das Bild der Schlossanlage ab. Im Inneren des Bergfriedes zeugt ein Kamin davon, dass dieser außer als Verließ auch zu Wohnzwecken genutzt wurde.

 

Bis zur Bodenreform 1945 war die Sommerschenburg im Besitz der Familie Gneisenau. In diesem Jahr wurde das Gut aufgeteilt. Die Burg wurde danach als Pflegeheim, als kulturelles Zentrum und als Schule genutzt.

 

Schlosspark, Gneisenau-Denkmal und Mausoleum

Der Schlosspark wurde im englischen Landschaftsstil errichtet. An seinem Rande befindet sich eine Gedenkstätte für Generalfeldmarschall Neidhardt von Gneisenau. August Wilhelm Anton Graf Neidhardt von Gneisenau wurde am 27.10.1760 geboren. Er zählt neben Gerhard von Scharnhorst zu den bedeutendsten preußischen Militärreformern aus der Zeit von 1806 –1815. Bekannt geworden ist er durch die im Jahre 1807 für mehrere Monate andauernde Verteidigung Kolbergs, der einzigen Festung, die feindlichen Angriffen standhielt. Dort leistete er als Kommandant der Festung erfolgreichen Widerstand. Er starb am 23.08.1831 in Posen, als Oberkommandierender an Cholera. Sein Marmorstandbild, auf einem Sockel aus Sandstein stehend, wird von einer Mauer mit Tempelgiebel umgeben. Hinter dieser befindet sich ein Mausoleum, welches im zu Ehren 1841 errichtet wurde und dessen Einweihung durch den preußischen König „Friedrich Wilhelm IV" erfolgte. Die sterbliche Hülle des Generalfeldmarschalls ruht in einem bronzefarbenen Sarkophag. Der Vorraum des Mausoleums ist durch weiße Wände mit roten Marmorpilastern geprägt. Die Gemeinde Sommerschenburg/Sommersdorf, mit Unterstützung der „Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau – Gesellschaft e.V.", setzt sich für den Erhalt dieses Denkmals ein und kümmert sich um dessen Werterhaltung. Ihr Ansprechpartner ist Herr Reinhard Koch.

 

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Sommerschenburg ist aber nicht nur durch sein Schloss, sondern auch durch die Sommerschenburger Keramik bekannt. Früher gab es im Ort eine Vielzahl von Töpfereien. Wälder prägen das Landschaftsbild um Sommersdorf und Sommerschenburg. Aus den einstigen bergbaulich genutzten Flächen sind zahlreiche Seen entstanden, so unter anderem das frühere Freibad von Sommerschenburg. Dieser Natursee fügt sich harmonisch in seine Umgebung ein.

 

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Das Flächennaturdenkmal „Bullerspring" ist ein Quellgebiet. Die Quelle der Wirbke ist eingefasst durch ein Waldstück. Dieses besteht hauptsächlich aus Buchen und Eichen. Hier sind noch Grundmauern eines mittelalterlichen Kirchenbaues zu finden. Im Volksmund wird deshalb der „Bullerspring" auch „Heiliger Hain" genannt.

 

 

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In Sommerschenburg leben 517 Einwohner (Stand 08/2013).

Telefon (039409) 9160 (über VerbGem Obere Aller)
Telefax (039409) 398 (über Verbgem Obere Aller)
Mobiltelefon (0171) 3625946 (Bürgermeister Peter Müller)