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Eilslebens neuer Bürgermeister Matthias Finke sieht sich gut im Amt angekommen


Bild zur Meldung: Umbau und Sanierung des Eilsleber Freibads stehen schon lange in Rede, doch bislang kam es in dem Vorhaben nicht so recht voran. Die Gemeinde geht nun in die konkrete Planungsphase über. Die Badesaison 2023 wird davon nicht tangiert.



Seit Juli 2022 ist Matthias Finke Bürgermeister der Gemeinde Eilsleben. Über die für ihn persönlich neue Erfahrung und seine weiteren Amtsziele sprach Ronny Schoof mit dem 50-jährigen Eilsleber.

 

Volksstimme: Herr Finke, das erste halbe Jahr als Bürgermeister ist rum. Wie gut – oder vielleicht auch schlecht – haben Sie sich in die neue Aufgabe hineingefunden?

Matthias Finke: Insgesamt gut, denke ich. Man stößt zwar natürlich immer wieder auf Themen und Vorgänge, die einem fremd sind und in die man sich erst einmal reinfuchsen muss, aber das war mir von vornherein klar, das kann ich einordnen. Die Akzeptanz ist da, das merke ich. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat läuft ortsübergreifend sehr gut, ebenso die Kommunikation mit und die Unterstützung aus der Verwaltung. Nicht zuletzt funktionieren die Vereine und diversen Arbeitsgruppen, was auch eine große Hilfe ist.

 

Volksstimme: Gibt es etwas, das Sie so nicht erwartet hatten?

Matthias Finke: Man wird tatsächlich sehr viel angesprochen – auf der Straße, beim Einkaufen oder bei Veranstaltungen. Da wird sowohl Positives als auch Negatives an mich herangetragen, und man bekommt immer wieder zu hören, dass spürbar ein frischer Wind weht. Positiv überrascht bin ich davon, dass man als Bürgermeister bei den diversen Gratulationsbesuchen – runde Geburtstage oder Hochzeitsjubiläen etwa – so freudig empfangen wird. Da hätte ich gedacht, dass bei diesen Gelegenheiten vielleicht mehr geschimpft wird.

 

Bürgermeister Matthias Finke (rechts), hier bei einer Sportaktion, fühlt sich in seinem Amt in Eilsleben gut angekommen.

Volksstimme: Das Amt ist für Sie also mehr Lust als Last?

Matthias Finke: Definitiv. Man darf zwar auch den Zeitaufwand nicht unterschätzen, der neben dem Hauptberuf enorm ist und einen ständigen Spagat in der Terminplanung bedeutet. Das geht dann auch nicht ohne die eine oder andere Absage. Aber unterm Strich ist das alles machbar. Und wie gesagt, manchmal ist auch noch fehlender Einblick eine Hürde, die genommen werden will, doch das dürfte sich mit der Zeit einspielen. Was mich stört, ist das hier und da auftretende Gerangel um Zuständigkeiten und bürokratisches Hin- und Hergeschiebe.

 

Volksstimme: Woran denken Sie da speziell?

Matthias Finke: Der marode alte Bahnübergang zwischen Eilsleben und Siegersleben ist dafür ein passendes Beispiel. Wir kommen einfach nicht voran, weil andere Akteure uns ständig hängenlassen oder sich die Verantwortlichkeiten gegenseitig zuschieben.

 

Volksstimme: Haben sie Kontakt zu ihrem Vorgänger oder suchen auch mal Rat bei Manfred Jordan?

Matthias Finke: Nicht wirklich. Ich denke, er hätte kein Problem damit, wenn ich auf ihn zukomme, und vielleicht ergibt sich früher oder später auch mal die Notwendigkeit. Aber meine ersten Ansprechpartner sind die Verwaltung und der Gemeinderat.

 

Volksstimme: Lassen Sie uns kurz über einige kommunalspezifische Dinge sprechen. Das Freibad zum Beispiel, dessen Sanierung nun schon eine jahrelange Hängepartie ist …

Matthias Finke: Das stimmt. Die Thematik zieht sich schon eine ganze Zeit und wird uns auch noch eine Weile beschäftigen, so viel ist klar. Wir sind jetzt engagiert und intensiv dran. Der Planungsauftrag ist erteilt, es gab auch schon konkrete Gespräche mit dem Planer. Wir müssen rausfiltern, was an Ideen gut und was schlecht ist und was wir uns überhaupt leisten können, um einen endgültigen Entwurf zu erstellen. Förderanträge laufen, so dass wir das Planungsverfahren in diesem Jahr hoffentlich abschließen können. Wir gehen definitiv mit dem Ist-Stand in die Badesaison. Ich könnte mir dann zwei Bauabschnitte vorstellen, um eine komplette Schließung im nächsten Jahr zu vermeiden. Doch es ist noch zu früh, um darüber konkrete Aussagen zu machen.

 

Volksstimme: Welche investiven Schwerpunkte wird der Gemeindehaushalt 2023 beinhalten?

Matthias Finke: Auf jeden Fall die Planung für den Radweg zwischen Wormsdorf und Gehringsdorf; dafür haben wir im Dezember die Förderbewilligung bekommen. Auch Mittel für den Umzug des Bauhofs ins alte Feuerwehrgerätehaus werden in den Haushalt eingestellt. Alles andere wäre noch verfrüht vermeldet, da warte ich lieber den Haushaltsentwurf und die Beratungen im Gemeinderat ab. Generell sehe ich langfristig Schwierigkeiten bei der kommunalen Finanzierung von Projekten, insbesondere des Straßenbaus. Wir sprechen da von nicht auskömmlichen Einnahmen bei zugleich heftig gestiegenen Kosten. Da werden wir bei eigenen Maßnahmen sorgfältig abwägen müssen.

 

Text und Fotos: Ronny Schoof - Volksstimme