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Abfischen im Ovelgünner „Restloch“


Bild zur Meldung: Fischen ohne Ruten: Beim Arbeitseinsatz am Wochenende ging es einzig darum, den gesamten verbliebenen Fischbestand einzusammeln und umzusiedeln. Foto: Marko Ruprecht



Der schwer von Wasserverlust gebeutelte Dorfteich in Ovelgünne ist in puncto Fischbestand jetzt leer. Die zuständige Anglerortsgruppe Eilsleben hat den Teich gezielt abgefischt. Seine Zukunft als Angelgewässer ist ungewiss.

 

Retten, was zu retten ist – so hatten es jüngst die Angler um Ortsgruppenchef Sven Rosenau sowie auch Andreas Löbe vom Unterhaltungsverband „Aller“ auf den Punkt gebracht und meinten damit in der jetzigen Situation vordergründig den noch im Teich vorhandenen Fischbestand, der sich aufgrund fortschreitender Austrocknung nur noch in einem ganz seichten Gewässer von 30 bis 40 Zentimeter Tiefe tummeln konnte 

 

Man war sich einig: Karpfen, Zander und Co. müssen umgesiedelt werden, den Winter würden sie ansonsten wohl nicht überstehen. Das sah man auch auf amtlicher Ebene so, denn freilich bedarf es für ein konzertiertes Abfischen einer behördlichen Genehmigung. „Die lag uns seitens des Landkreises vor, weshalb wir am vergangenen Wochenende einen entsprechenden Arbeitseinsatz gestartet haben, an dem 15 unserer Mitglieder beteiligt waren“, berichtet Marko Ruprecht von der Anglerortsgruppe Eilsleben. „Außerdem wurden wir von weiteren Ortsgruppen des Kreises beim Abtransport der Fische unterstützt.“ Der Kreisverband hatte zu diesem Zweck ein bedarfsgerechtes Fass mit Belüftung zur Verfügung gestellt.

 

Überraschend großer Fischbestand

Für die Ortsgruppe schätzt Ruprecht weiter ein: „Dies stellt nun einen traurigen Höhepunkt in der Geschichte des Dorfteichs Ovelgünne dar, nachdem alle vorangegangenen Versuche, den Wasserstand des Gewässers wieder anzuheben, bislang gescheitert waren.“ Das Positive: „Bei der Aktion konnten Karpfen, Schleien, Hechte, Zander, Barsche und diverse Weißfische gerettet und in umliegende Gewässer umgesetzt werden.“

Mit großem Netz, Keschern und Wathosen gingen die Petrijünger bei diesem Arbeitseinsatz, den sie am liebsten nie hätten absolvieren wollen, zu Werke. Schonende Entnahme war dabei das oberste Gebot. Auch Sebastian Sobol hat mitgeholfen. Er fasst zusammen: „Es war sehr anstrengend, weil es schwierig war, sich in dem fast halben Meter tiefen Schlamm fortzubewegen. Letztlich war es wirklich eine Tagesaufgabe von morgens um halb neun bis nachmittags um halb fünf.“ Überrascht zeigte sich Sobol von der Masse an Fisch, die im Verhältnis zur Wassermenge noch vorhanden war. Dazu meint er: „Wir möchten es aus guten Gründen nicht öffentlich beziffern und auch nicht im Einzelnen ausführen, wo die Fische wieder ausgesetzt wurden. Aber es war für diesen geringen Wasserstand doch eine enorme Menge.“ Dank richtet Sobol im Namen der Ortsgruppe „an alle Helfer sowie an die Untere und Obere Fischereibehörde, mit denen die Zusammenarbeit gut funktioniert hat.“

 

Vorerst keine Neueinsetzung

Seinen Zweck als Angelgewässer hat Ovelgünnes Teich nun auf unbestimmte Dauer eingebüßt. Ohnehin war er aufgrund des geringen Pegels längst für den Angelsport gesperrt, doch wird in absehbarer Zeit auch kein neuer Fischbestand mehr eingesetzt. „Das macht erst wieder Sinn, wenn wieder nachhaltig Wasser drin ist, ansonsten fischen wir ja jedes Jahr komplett ab“, stellt Sebastian Sobol bedrückt fest.

Den Teich als Teich zu retten, sei nun die nächste Aufgabe. Eine große, die nicht allein in Händen der Angler liegt.

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme