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Ovelgünnes Dorfteich droht zu vertümpeln


Bild zur Meldung: Idyll mit Wermutstropfen: Der Ovelgünner Dorfteich hat gehörig an Wasser verloren, der Spiegel ist schätzungsweise um 1,30 Meter gesunken. Fotos: Ronny Schoof



In Ovelgünnes Dorfteich wird das Wasser knapp. Der Fischbestand ist akut gefährdet. Eine schnelle, sichere und dauerhafte Lösung gegen die fortschreitende Austrocknung ist noch nicht in Sicht. Vorläufig lautet die Devise deshalb: Retten, was zu retten ist.

 

Abnehmender Wasserspiegel, zunehmendes Problem. Und es hat ein Ausmaß erreicht, das sich dem Betrachter nicht erst auf den näheren zweiten Blick erschließt. Für Angler ist der Ovelgünner Dorfteich wegen des geringen Wasserstands gesperrt. Der halbe Hektar liegt zu weiten Teilen trocken, der Begriff Tümpel drängt sich auf. Für die Fische wird es eng, das ist die akute Sorge. Mit Blick in die nähere Zukunft bangt man außerdem um das Gewässer an sich.

„Es hat sich angebahnt und ist von Jahr zu Jahr schlechter geworden“, beschreibt Sebastian Sobol, Vorstandsmitglied des für den Teich zuständigen Angelvereins Eilsleben, die Situation. „Man konnte quasi zugucken, wie es immer weniger wurde.“ Über die letzten Monate hinweg sei es dann ganz drastisch geworden: „Voriges Jahr hatte der Teich locker noch einen halben Meter mehr Wasser.“ Inzwischen fehlen zum üblichen Pegel 1,20 bis 1,30 Meter, schätzt Sobol. Gut sicht- und messbar sei dies am steilen Uferbereich, wo von den Anglern vor einiger Zeit die Befestigung teils erneuert wurde.

 

Für Karpfen, Aal und Hecht wird's eng

Wie viel beziehungsweise wenig Tiefgang aktuell noch im Teich liegt, verdeutlicht Sobols Beobachtung: „Der Fischreiher steht zwischen den beiden Teichrosenfeldern bis zum Bauch im Wasser, also vielleicht dreißig, höchstens vierzig Zentimeter.“ Dadurch sei der Fischbestand gefährdet. Spätestens, wenn es frostet. Weshalb auch Vereinsvorsitzender Sven Rosenau besorgt feststellt: „Wir suchen gerade händeringend eine Möglichkeit, unsere Fische rauszukriegen. Leider ist das aufgrund vieler Vorschriften nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.“ Rosenau zufolge ist im Ovelgünner Teich die ganze Bandbreite von verschiedenen Weißfischen über Karpfen und Aal bis hin zu Zander und Hecht beheimatet.

Was noch mehr Kopfzerbrechen bereitet: Wie kann das Gewässer selbst, also der Lebensraum der Fische und eine ortsbildprägende Anlage für das Dorf gerettet werden? „Da sind wir ein wenig am Verzweifeln“, konstatieren Sobol und Rosenau. „Es geht um diverse Zuständigkeiten, und jeder sagt was anders. Wir wollen den Teich natürlich unbedingt erhalten.“ Doch das sei ein dickes zu bohrendes Brett vor allem auf der bürokratischen Ebene. „Vielleicht ist es auch so“, vermutet Sebastian Sobol, „dass der Fisch einfach keine Lobby hat. Er ist unter Wasser und nicht zu sehen – anders als der Vogel im Baum.“ Letztlich sei das Hauptproblem aber: „Das Wasser ist einfach nicht da – und ohne dem können wir uns auf den Kopf stellen.“

 

Es fehlt an Grundwasser

Einen verwachsenen Zulaufgraben südlich der Hauptstraße hatten die Angler jüngst mit Erlaubnis des zuständigen Unterhaltungsverbands (UHV) ertüchtigt. Allein es reichte nicht, weil auch der Graben kaum Wasser führt. Der äußere Zulauf sei ohnehin von eher geringer Bedeutung für die Speisung des Dorfteichs, meint denn auch Andreas Löbe, Geschäftsführer des UHV Aller: „Der Dorfgraben ist eben nur ein kleines Rinnsal, und der Teich ist in erster Linie grundwassergespeist. Damit ist unweigerlich ein Wasserverlust verbunden, weil der Grundwasserspiegel allgemein gesunken ist.“ Laut Löbe betrifft das in gleicher Weise die Zuläufe, „da deren Quellen ebenfalls grundwassergespeist sind.“

Das Problem um Ovelgünnes Teich, betont Löbe weiter, sei erkannt: „Es ist nicht schön, zumal es sich um ein ortsbildprägendes Gewässer und nicht zuletzt auch um eine Löschwasserentnahmestelle der Feuerwehr handelt. Wir arbeiten dran, haben uns das mit dem Bauamt vor Ort schon angeschaut, können aber auch nicht in blinden Aktionismus verfallen, weil noch ein paar Sachen mehr daran hängen und man das im Gesamtsystem betrachten muss.“ Löbe zufolge habe Priorität, „dass wir jetzt die Fische gerettet kriegen.“

 

Alles Weitere sei von „investiven Maßnahmen“ abhängig und somit von finanziellen Mitteln, die nicht von heute auf morgen zur Verfügung stehen.

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme