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30 Jahre im Zeichen von Hammer und Schlegel


Bild zur Meldung: In Würdigung ihrer Verdienste um den Harbker Bergmannsverein gab es Auszeichnungen in Bronze, Silber und Gold für einmzelne Mitglieder. Foto: Angelika Höde



"Glück auf!“, hallte es immer wieder durch den Festsaal im Harbker Kulturhaus. Denn hier stand alles ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des örtlichen Bergmannsvereins. Genau genommen sind es schon 32 Jahre.

 

Wie so viele andere Jubilare hatte auch der Harbker Bergmannsvereins „Glück auf Anna“ die Feier seines runden Geburtstags eine Weile aufschieben müssen. Fest geplant war sei eigentlich schon 2020, ehe Corona alles durchkreuzte. Nun konnte das Jubiläum unter dem Motto „30 plus 2“ endlich nachgeholt werden.

Es begann am Sonnabendnachmittag mit einem Festumzug zum Ortsausgang Richtung Sommersdorf. Begleitet wurde der Umzug von den Klängen des Feuerwehrspielmannszugs Druxberge. Am Ortsausgang wird unter anderem durch eine Lore deutlich, dass es sich bei Harbke um einen Ort mit tiefer bergbaulicher Tradition handelt. Nun kam in feierlichem Rahmen ein weiteres Kunstwerk hinzu. Unter dem Beifall der Anwesenden wurden auf derselben Grünfläche Schlegel und Eisen, eingefasst in einen großen Bodenrahmen, enthüllt. Angefertigt hatte das Erinnerungsstück der Harbker Herbert Mertz.

Anschließend wurden die Feierlichkeiten ins Kulturhaus verlegt. Hier begrüßte Vereinschefin Corinna Schmidt zahlreiche Vereinsfreunde und Wegbegleiter sowie Ehrengäste. Besonders freute sie sich, dass auch die Bergmannsvereine aus Zielitz, Staßfurt, Helmstedt, Esbeck, Süpplingen und Morsleben den Weg nach Harbke gefunden hatten. Ihnen allen, wie auch den Vertretungen der Harbker Vereine galt ein herzliches „Glück auf!“.

 

Abschied von der Bergkapelle

„Dreißig Jahre 'Glück Auf Anna' sind schon eine bewegte Zeit, in denen der Verein Höhen und Tiefen erlebt hat“, war dann von Corinna Schmidt zu hören. Sie erinnerte in ihrer emotionalen Festrede an die Teilnahme an örtlichen Veranstaltungen, auch an die eigenen Bergmannsfeste und Barbarafeiern. Seit 2008 gehört das Konzert mit der Bergkapelle des Helmstedter Reviers zum festen Programmpunkt im kulturellen Leben der Gemeinde Harbke. Was mal als Orangeriekonzert begann, „entwickelte sich in 14 Jahren zu einem jährlichen Highlight mit stetig wachsender Fangemeinde im Kulturhaus.“

Doch hat dies nun wahrscheinlich ein Ende. Denn der Auftritt der Helmstedter Bergleute zum Jubiläum in Harbke war wohl das letzte Konzert der Musiker. So nutzte Corinna Schmidt die Gelegenheit, sich bei den Musikern und ihrem Leiter Dieter Heiser für „viele schöne musikalische Stunden“ zu bedanken.

Bürgermeister Werner Müller merkte in seinem Grußwort an: „Dreißig Jahre sind schon etwas Besonderes, und ihr geht im Gleichschritt mit der Deutschen Einheit.“ Der Bergbau habe Harbke und der Region Wohlstand gebracht. In diesem Sinne wünschte Müller dem Verein, dass er auch weiterhin dem Brauchtum treu bleibe. „Die Gemeinde und die Vereine im Ort unterstützen euch dabei“, versprach er.

Auch Verbandsgemeindebürgermeister Frank Frenkel hob die bergmännische Tradition und das Brauchtum hervor. Der Verein sei „ein gesellschaftliches Bindeglied in Harbke“. Friedrich-Wilhelm Diedrich als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Helmstedt sagte: „Kein Beruf hat so viele Traditionen aus der Liebe zum Beruf hervorgebracht wie der des Bergmanns.“

 

Gold für Schmidt und Brakebusch

Zu den Höhepunkten des Nachmittags gehörten die Auszeichnungen. Erich Hartung überreichte die Verdienstnadel an besonderes aktive Vereinsmitglieder. Lena Schmidt erhielt sie in Bronze. Die silberne Verdienstnadel gab es für Rita Stefanowski, Karin Müller, Hanna Scholz, Helga Schiefer und Michael Schmidt. Mit der goldenen Nadel wurden unter dem Beifall der Anwesenden Hans Brakebusch und Corinna Schmidt ausgezeichnet.

Nach diesem freudigen Anlass wurde es noch einmal sehr emotional. Dieter Heiser bedankte sich im Namen der Bergkapelle des Helmstedter Reviers bei den Harbkern für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren: „Es war uns eine Freude und Ehre, eure Veranstaltungen musikalisch zu begleiten.“ Der nun bevorstehende Abschied von der Bühne fiel den Musikern und ihrem Leiter sichtlich schwer, und Heiser meinte dazu: „Die Zeit des Tagesbaus ist vorbei, das Kraftwerk abgeschaltet – die einzigen, die bergbaumäßig bis jetzt überlebt haben, sind wir.“

Danach begeisterten die Vollblutmusiker noch einmal mit ihrem Konzert. Beim Lied „Der Steiger kommt“ erhoben sich alle von ihren Plätzen und sangen begeistert mit.

Die Druxberger Musiker verabschiedeten sich vom Harbker Publikum im Kulturhaus noch mit einigen Proben ihres Könnens. Zu „Muss i denn zum Städtele hinaus“ verließ der Spielmannszug um das Leitungsduo Henrik und Marko Zimmermann unter dem Beifall der Anwesenden den Festsaal. Und zu den Klängen der Bergkapelle wurde es im Kulturhaus noch ein langer und unvergesslicher Nachmittag.

 

Text: Angelika Höde - Volksstimme