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Harbkes Orgel rundet: Sommerkonzertreihe im Zeichen des Jubiläums


Bild zur Meldung: Den Musikern ist die Freude über das gelungene Konzert ins Gesicht geschrieben: Philipp Spielmann (von links), Anna-Victoria Baltrusch, Anna-Katharina Held und Vincent Kloss. Foto: Angelika Höde



Der 14. Harbker Orgelsommer hat begonnen und wird bis September mit monatlichen Konzerten aufwarten. Zum Auftakt bespielten vier junge Leute das vier Jahrhunderte alte Instrument von Sankt Levin.

 

Sie benötigte zwischendurch die eine oder andere Frischzellenkur, doch unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Fritzsche-Treutmann Orgel in Harbke ist nun 400 Jahre alt. 1622 wurde das Hauptwerk der Orgel von einem der bedeutendsten Orgelbauer seiner Zeit, Gottfried Fritzsche, errichtet. „In Harbke findet sich seither der älteste und bedeutendste Orgelbestand aus dieser Orgelbauepoche in Sachsen-Anhalt“, weiß Pfarrer Peter Mücksch.

Die evangelische Kirchengemeinde würdigt dies seit anderthalb Jahrzehnten – ausgehend von der Orgelsanierung 2007 – mit dem jährlichen Orgelsommer, eine Konzertreihe, die die Königin der Instrumente in den Mittelpunkt stellt und das Programm doch auch stets mit neuen Facetten bestückt, sei es über die Musiker, die Werke oder die instrumentalen Partnerschaften, die im Orgelsommer regelmäßig in der Levinskirche zu erleben sind.

 

Gesangseinlagen auf Gregorianisch

Der diesjährige Auftakt wurde von Studenten der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle gestaltet. Nach der musikalischen Eröffnung durch Johann Sebastian Bachs „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ begrüßte Pfarrer Peter Mücksch die Anwesenden. „Wir haben jetzt 2022. Das heißt, das Hauptwerk unserer Orgel ist nun 400 Jahre alt“, erklärte er. „Im nun laufenden Harbker Orgelsommer soll daran in besonderer Weise gedacht werden.“

Nach dem gemeinsamen Gebet erwartete die Besucher mit Stücken von Nicolas de Grigny ein wahrer Genuss. Zunächst nahm Vincent Kloss an der Orgel Platz, später dann Philipp Spielmann. Zwischen den Orgelteilen sangen sie jeweils mit Anna-Katharina Held im Duett Choräle im gregorianischen Stil. Mit ihren glockenklaren Stimmen verzauberten die jungen Künstler das Publikum. Diese Einlage war, wie Fachgruppensprecherin Anna-Victoria Baltrusch anmerkte, eine Idee der Studenten.

Nach dem gemeinsam gesungenen „Komm, o komm du Geist des Lebens“ war es an Anna-Katharina Held, die Orgel zu bespielen. Sie begeisterte mit Bachs „Dies sind die heil'gen zehn Gebot“ und Dietrich Buxtehudes „Nun bitten wir den Heiligen Geist“. Grundsätzlich hatte man, passend zum kirchenfestlichen Anlass, Stücke mit Pfingstbezug gewählt.

 

Drei weitere Konzerte im Orgelsommer

„Pfingsten ist ein eigenartiges Fest“, war dann vom Pfarrer zu hören. Weihnachten, Karfreitag und auch Ostern mit der Auferstehung könne jeder verstehen. Doch Pfingsten, was passiert da? In seiner Predigt spannte Mücksch den Bogen über verschiedene Sprachen und Generationen, um sich dem Pfingstthema zu nähern.

Der Hausherr dankte schließlich den Musikern für dieses „herausragende Konzerterlebnis“ und fügte an: „Solange immer noch junge Menschen so Orgelmusik spielen, ist mir um die Kirchenmusik nicht bange.“ Zum Lohn gab es diesmal nicht die obligatorischen Blumen aus Pastors Garten, sondern ein Fläschchen Sekt für die Künstler. Peter Mücksch nutzte die Gelegenheit, sich auch bei Küsterin Andrea Behrends zu bedanken, die das Gotteshaus mit Blumen für den Anlass festlich geschmückt hatte.

 

Die weiteren Orgelsommerkonzerte finden am 10. Juli, 7. August und 11. September statt, jeweils ab 17 Uhr.

 

Text: Angelika Höde/Ronny Schoof - Volksstimme