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Geheimnis der Turmknöpfe wird gelüftet

Drackenstedt, den 14.03.2017

Der Turm der Drackenstedter Kirche wird derzeit saniert. Am Mittwoch sollen auch die beiden Turmknöpfe abgenommen und geöffnet werden.

 

Abermals trägt der Turm ein Baukorsett. Zuletzt war das vor vier Jahren der Fall. „2013 ist die Fassade des im 13. Jahrhundert im romanischen Baustil errichteten Drackenstedter Kirchturms saniert worden“, erklärt Bernd Eggeling vom Kirchengemeinderat. „Dabei wurden erhebliche Schäden an der Holzbalkenkonstruktion im Bereich des Dachtragwerkes sichtbar.“ Auch seien seither „verstärkt Sturmschäden an der Schiefer-eindeckung aufgetreten“ und bestünde an Teilen des Daches selbst Sanierungsbedarf. „In den 1970er Jahren wurden Reparaturen am Turmdach vorgenommen, wodurch die Substanz des Turms erhalten werden konnte. Die damals verfügbaren Materialien sind mittlerweile jedoch ermüdet“, so Eggeling.

Ausgehend von dieser Schadenslage hat das von der Kirche beauftragte Architekturbüro aus Halberstadt ein Sanierungskonzept erstellt, das von den zuständigen Behörden geprüft und bestätigt wurde. Rund 120.000 Euro stehen für die Instandsetzung bereit. „Der Landkreis Börde bewertete das Vorhaben als Beitrag zur Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes“, nennt Eggeling einen wesentlichen Punkt des Förderprojekts.

Zimmerleute im Einsatz

„Das ermöglichte letztlich eine Förderung durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten aus Mitteln des EU-Landwirtschaftsfonds und der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe GAK. Damit sowie durch die Unterstützung des Kirchenkreises Egeln konnte der Finanzbedarf seitens der Kirchengemeinde Drackenstedt aufgebracht werden.“

Die Wetterlage ermöglichte es, das Gerüst am Turm schon im Februar aufzubauen. Vorige Woche begannen dann die Arbeiten am Turmdach. Zunächst werden die schadhaften Teile der Holzbalkenkonstruktion von Zimmerleuten erneuert. Anschließend erhält das Turmdach eine vollständig neue Schieferplattendecke.

Kugeln 100 Jahre unberührt

Auch die Turmzier – die beiden Wetterfahnen mit den darunter liegenden Turmknöpfen – wird einer gründlichen Sanierung unterzogen. Das sorgt nun für eine gewisse Spannung bei den Drackenstedtern. Denn morgen schon sollen die Spitzen abgenommen und geöffnet werden. „Wir sind voller Erwartung, was wohl unsere Vorfahren in die Turmknöpfe gelegt haben, denn das ist seit jeher ja so üblich“, sagt Bernd Eggeling. Seines Wissens waren die versiegelten Kugeln etwa 100 Jahre unberührt. „Die Drackenstedter und alle, die sich dafür interessieren, sind daher eingeladen, an diesem feierlichen Akt in der Dorfkirche teilzunehmen.“ Voraussetzung sei, dass das Wetter morgen mitspiele. Um 17 Uhr soll das Geheimnis um den Inhalt der Turmkugeln gelüftet werden.

„Das Glockengeläut ist während der Bauarbeiten zwar leider nicht möglich“, so Eggeling weiter, „der Zugang zur Kirche und zum Gemeinderaum ist jedoch gewährleistet.“ Das sei auch wichtig im Hinblick auf die bevorstehende Veranstaltungsreihe der Drackenstedter Kirchengemeinde zum Reformationsjubiläum. Diese beginnt im Mai. „Umso dankbarer sind wir, dass mit der Turmdachsanierung ein weiteres Zeichen für die Bedeutung unserer Kirche gesetzt wird. Es ist eine wichtige Maßnahme zur dauerhaften Erhaltung und Nutzung von St. Nicolai“, freut sich Eggeling. Zugleich hege die evangelische Gemeinde schon Folgepläne. Mittelfristig soll die Fassade des Kirchenschiffs eine Sanierung erfahren und ist der Einbau von Sanitäranlagen in den Gemeinderaum vorgesehen.

 

Foto: Was verbirgt sich in den Kugeln? Gegen 17 Uhr sollen die beiden Turmknöpfe am Dienstag zu Boden gelassen und in der Kirche geöffnet werden. Interessierte Gäste sind dazu willkommen.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme